Einsatzbericht:
Die Integrierte Leitstelle (ILS) Bodensee-Oberschwaben alarmierte die Feuerwehr Bad Saulgau zu einem Gefahrgutaustritt in einem Industriebetrieb im Gewerbegebiet an der Schwarzenbacher Straße.
Nach dem Eintreffen des Einsatzleiters berichteten Passanten von einer großen weißen Wolke, die zuvor an einem Gastank sichtbar gewesen war, sich jedoch bereits weitgehend verflüchtigt hatte. Umgehend richtete die Feuerwehr einen Absperrbereich ein und führte unter Atemschutz umfangreiche Messungen durch. Diese verliefen im gesamten betroffenen Bereich ohne Feststellung von Schadstoffkonzentrationen.
Für den Fall einer erneuten Freisetzung wurden zudem zwei C-Rohre zur möglichen Niederschlagung einer Gaswolke in Stellung gebracht. Zwei Trupps unter Atemschutz verschafften sich Zugang zu dem zwischenzeitlich als Stickstofftank identifizierten Behälter. Dabei wurde festgestellt, dass es aufgrund eines Druckanstiegs zu einer Freisetzung von Stickstoff über eine Füllleitung gekommen war. Der noch vorhandene Restdruck konnte durch die Einsatzkräfte kontrolliert und problemlos abgelassen werden.
Zwischenzeitlich trafen auch fachkundige Betriebsangehörige an der Einsatzstelle ein. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde ihnen die Einsatzstelle übergeben.
Vorsorglich wurden zudem in einem nahegelegenen Discounter Luftschadstoffmessungen durchgeführt, um auszuschließen, dass sich das ausgetretene Gas über die Lüftungsanlage in das Gebäude ausgebreitet hatte. Auch hier ergaben die Messungen keine Auffälligkeiten.
Der Einsatzleiter wurde durch den Leiter des Umweltschutzes der Feuerwehr Bad Saulgau, Frank Wächter, den Kreisbrandmeister Michael Reitter sowie den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Sigmaringen unterstützt. Eine Streife des Polizeireviers Bad Saulgau übernahm die Ermittlungen zur Ursache der Freisetzung des Stickstoffs.
Da sich zum Zeitpunkt des Austritts zwei Kinder in unmittelbarer Nähe der Wolke aufgehalten hatten, wurden diese sowie zwei weitere Augenzeugen vorsorglich durch eine mitalarmierte Notärztin, einen Rettungswagen der Rettungswache Bad Saulgau sowie Kräfte der DRK-Bereitschaft medizinisch untersucht. Dabei konnten gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Kontakt mit dem Stickstoff ausgeschlossen werden.
Während der gesamten Einsatzmaßnahmen kam es im Bereich der Schwarzenbacher Straße zu Verkehrsbehinderungen.
Der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Saulgau, Richard Striegel, machte sich persönlich vor Ort ein Bild vom Einsatzgeschehen.