Erstmalig fand der Ausbildungstag des DRK-Kreisverbandes Sigmaringen für seine NFS-Azubis bei der Feuerwehr Bad Saulgau statt. Ein Konzept, welches sich die Verantwortlichen des DRK-Kreisverbandes schon im vergangenen Jahr überlegt und ins Leben gerufen haben. So fand im vergangenen Jahr der Ausbildungstag bei der Bergwacht statt. Und dieses Jahr war die Feuerwehr an der Reihe. Schon bei der Begrüßung, die der stellv. Stadtbrandmeister Frank Wächter vornahm, konnte man das große Interesse der Auszubildenden sehen. Gespannt folgten sie seinen Worten, in denen es in der Theorie um die Aufgaben der Feuerwehr ging. Aber auch die Ordnung des Raumes und die richtige Fahrzeugaufstellung waren Punkte seiner Präsentation. So wurde, zusammen mit den Auszubildenden, anhand einer Planübungsplatte, die richtige Fahrzeugpositionierung bei verschiedenen Einsätzen angesprochen, aufgestellt und auch begründet.
Nach dem Theorieteil ging es in 4 Gruppen jeweils an die einzelnen Stationen, welche von den Einsatzkräften der Feuerwehr Bad Saulgau bereits vorbereitet waren.
Die einzelnen Stationen waren:
- Personenrettung mittels Schleifkorbtrage und Schwerlastrage mit und ohne Drehleiter.
Hier mussten die Auszubildenden, unter Anleitung, eine Person in die Schleifkorbtrage lagern und diese anschließend an die Drehleiter übergeben und diese mitsamt dem Patienten auf Flurebene bringen. Hierbei durften die Auszubildenden auch mal selbst die Position des Patienten übernehmen oder auch die des Korbführers.
- Technische Hilfe am Patienten oder die Technische Hilfe als Zugang zum Patienten
Hier mussten die Auszubildenden z.B. einen Ring am Finger mittels Trennwerkzeug entfernen. Sowie eine Person mittels Hebekissen unter einer schweren Last befreien. Natürlich immer unter Anweisung und Anleitung durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Saulgau. Aber auch die Fenster- und Türöffnung wurde den Auszubildenden gezeigt, wie hier die Vorgehensweise der Feuerwehr ist.
- Aufgaben und Vorgehensweise unter Atemschutz
Hier wurde zu Beginn den Auszubildenden u.a. der CO-Warner aufgezeigt, die Grenzwerte erläutert und auch die Gefahren angesprochen. Danach wurde eine Einsatzkraft der Feuerwehr Bad Saulgau zum Atemschutzgeräteträger ausgerüstet und mit einem Chemikalienschutzanzug die Ausrüstung erweitert. Auch hier wurde den Auszubildenden laufend das Vorgehen und die Arbeitsweise, sowie die Belastung unter Atemschutz angesprochen. Natürlich durften die Auszubildenden den CSA-Anzug ebenfalls anprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie eingeschränkt man hier ist. Weiters durften sich die Auszubildenden auch im Übungscontainer, welcher mit Disconebel vernebelt wurde und unter Atemschutzausrüstung (ohne Maske) versuchen sich zu orientieren und zurechtzufinden.
- Zusammenarbeit und Kommunikation bei einem Verkehrsunfall
Hier durften die Auszubildenden tatsächlich in die Rolle einer Einsatzkraft der Feuerwehr schlüpfen und einen PKW, unter fachlicher Anleitung mittels hydraulischem Rettungssatz öffnen und zerlegen, um so den Patienten zu befreien. Gleichzeitig wurden aber auch Auszubildende ins Innere des Fahrzeugs gesetzt, als innerer Retter, um selbst mal mitzuerleben, wie es sich als Patient anfühlt bzw. die Arbeit des inneren Retters kennenzulernen. Hierbei wurden die beiden Rettungsmethoden, Sofortrettung und schonende Rettung angesprochen und auch durchgeführt. Sowie die Kommunikation zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst immer wieder in die Stationsausbildung mit eingebaut.
Nach den vier Stationen wurde beim gemeinsamen Abendessen der Tag nochmals Revue passiert und Feedback eingeholt. Dabei kamen viele lobende Worte für die Durchführung und Organisation auf. Viele Auszubildende sprachen auch an, dass sie nicht dachten, dass die Aufgaben und auch die Belastung in der Feuerwehr so groß sind. Weiters können die Auszubildenden nun die Abläufe und die Vorgehensweise der Feuerwehr besser verstehen. Somit ist die Zusammenarbeit im Einsatzfall gegeben, was gleichzeitig auch zum Erfolg des Einsatzes führt.
Zum Schluss bedankte sich Marc Brillert, Ausbildungsreferent Rettungsdienst, bei der Feuerwehr Bad Saulgau für die Gastfreundschaft und die Bereitschaft und Absolvierung des Ausbildungstages. Ebenfalls überreichte er jeder Einsatzkraft die half, noch ein kleines Präsent als Dankeschön. Auch die Feuerwehr Bad Saulgau bedankte sich beim DRK-Kreisverband und den Auszubildenden für die gute Zusammenarbeit und den erfolgreichen Ausbildungstag und bot sich an, diesen wieder durchzuführen, sollte die Anfrage kommen. Nur so kann die Kommunikation und Zusammenarbeit im Einsatzfall und auch außerhalb gefördert und erfolgreich gemeistert werden.